Knowledge Base
Induktionsschleifen & einspurige Fahrzeuge
Stadlmayr Verkehrssysteme
Zuletzt aktualisiert: 2. September 2026
Bodenschleifen und Fahrräder - eine schwierige Beziehung
Die Erfassung einspuriger Fahrzeuge wie Fahrräder und Motorräder durch Bodenschleifen gestaltet sich grundsätzlich problematisch.
Induktionsschleifen sowie deren Auswertgeräte reagieren auf Frequenzänderungen, die beim Überfahren der Schleife durch eine Metallmasse – zum Beispiel ein Auto – entstehen.
Je großflächiger die Schleife von Metall bedeckt wird, desto größer ist die resultierende Frequenzänderung und desto sicherer erfolgt die Erkennung.
Ein anschauliches Beispiel: Wird ein großes Stahlblech hochkant auf die Induktionsschleife gestellt, bleibt eine Reaktion aus. Liegt dasselbe Blech jedoch flach auf, spricht das Auswertgerät unmittelbar an.
Hinzu kommt, dass Induktionsschleifen unterschiedlich sensible Zonen aufweisen. Die höchste Dichte der magnetischen Feldlinien findet sich an den Eckpunkten, weshalb beispielsweise ein querendes Fahrrad dort eher erkannt wird als in der Mitte der Schleife.
die restlichen Zonen benötigen zur Erfassung eine höhere Bedämpfung,
weshalb Fahrräder manchmal nicht erkannt werden.
Eine Erfassung ist schwierig.
Empfehlungen und Schlussfolgerung:
Um einen sicheren und unfallfreien Schrankenbetrieb für einspurige Fahrzeuge zu gewährleisten, ist ein separater, baulich getrennter Fahrstreifen für Fahrräder die beste Lösung. Unfälle mit Motorrädern an Automatikschranken sind selten, da Motorradfahrer in der Regel beim Umgang mit Schranken, Toren und Absperrvorrichtungen vorsichtig handeln. Radfahrer hingegen sind es gewohnt, sich durchzuschlängeln oder vorbeizuschlüpfen und verlassen sich dabei oft auf die Reaktion anderer Verkehrsteilnehmer – eine Reaktion, die bei automatischen Schranken ausbleibt. Trotz technischer Maßnahmen kann es daher zu gefährlichen Situationen kommen.
Fazit:
Induktionsschleifen sind zur Erfassung oder Absicherung von einspurigen Fahrzeugen, insbesondere von Fahrrädern, ungeeignet. Für diese Fahrzeugkategorie müssen daher geeignete Sensoren installiert werden, die eine zuverlässige Erkennung gewährleisten. Die beste Lösung ist natürlich, Radfahrer vom Schrankenbereich fernzuhalten, indem eine separate Zufahrtsmöglichkeit geschaffen wird.
Probleme durch Sensitivitätseinstellungen
Statt eine geeignete Schleifengeometrie zu wählen, wird oft versucht, durch eine übermäßige Erhöhung der Empfindlichkeitsstufe am Auswertgerät eine zuverlässige Fahrraderfassung zu erreichen. Auf der höchsten Empfindlichkeitsstufe genügt bereits eine minimale Frequenzänderung von etwa 0,01 Prozent, um ein Signal auszulösen. Dies führt in der Praxis jedoch zu häufigen Störungen, da das Auswerterät auf kleinste Änderungen in der Umgebung reagiert und dazu neigt, sich physikalisch betrachtet „aufzuhängen“
Risiken bei automatischen Schranken Die Kombination aus automatischen Schranken und einspurigen Fahrzeugen ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Das Hauptproblem liegt beim ungeschützten Fahrer von Fahrrädern oder Motorrädern. Während ein Pkw seinen Fahrer durch das Dach und die Motorhaube schützt und eine kurze Vorlaufzone bietet, befindet sich der Fahrer eines einspurigen Fahrzeugs im Moment der Erfassung durch Schleife oder Lichtschranke direkt vor oder unter dem Schrankenbaum.