Induktionsschleifen und einspurige Fahrzeuge

 

Die Erfassung einspuriger Fahrzeuge durch Bodenschleifen ist grundsätzlich problematisch. Eine Induktionsschleife bzw. das zugehörige Auswertgerät reagieren auf die Frequenzänderung die beim Befahren der Schleife mit einer Metallmasse (= Auto) entsteht.

Je großflächiger die Schleife abgedeckt wird, umso größer die Frequenzänderung.

Anders gesagt, wenn ein großes Stahlblech hochkant auf die Induktionsschleife gestellt wird, wird nichts passieren. Legt man das selbe Blech flach auf die Schleife, wird das Auswertgerät dagegen sofort ansprechen.

 

Induktionsschleife mit Blech hochkant

Das hochkant gestellte Blech bewirkt eine zu geringe Bedämpfung der Schleife. Eine Erfassung ist schwierig.

Induktionsschleife mit Bech flach

Das gleiche Blech flach auf die Induktionsschleife gelegt bewirkt eine große Frequenzänderung und somit eine zuverlässige Detektion.

Zusätzlich erschwert wird die Erfassung einspuriger Fahrzeuge durch unterschiedlich sensible Zonen einer Induktionsschleife. Da die Dichte der magnetischen Feldlinien an den Eckpunkten am höchsten ist, wird ein dort querendes Fahrrad eher erfasst als in der Mitte der Schleife.

 

Anstatt eine geeignete Schleifengeometrie zu wählen, wird oft versucht durch übermäßige Erhöhung der Empfindlichkeitsstufe am Auswertgerät

eine funktionierende Fahrraderfassung zu gewährleisten.

 

Berücksichtigt man allerdings, dass auf der höchsten Empfindlichkeitsstufe eines Schleifendetektors eine Frequenzänderung von etwa 0,01 Prozent ausreicht um ein Signal auszulösen, kann man sich vorstellen, dass diese Einstellung im Praxisbetrieb zu ständigen Störungen führt.

Das Auswertgerät reagiert dabei auf kleinste Änderungen der Umgebung und neigt dazu sich "aufzuhängen"

(natürlich nur physikalisch betrachtet...)

 

 

Empfindlichkeit einer Induktionsschleife

Die Dichte der magnetischen Feldlinien ist an den Ecken einer Induktionsschleife am höchsten, deshalb macht es bei einspurigen Fahrzeugen einen großen Unterschied an welcher Stelle die Schleife befahren wird.

Fahrrad quert Induktionsschleife seitlich

Fährt der Radfahrer direkt entlang der Seitenlinie über die Induktionsschleife, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkennung am größten

Fahrrad quert Induktionsschleife mittig

Beim Befahren der Induktionsschleife im Mittelbereich wird ein Fahrrad meist nicht detektiert

Induktionsschleife für Fahrräder

Die beste Möglichkeit einspurige Fahrzeuge zu detektieren, ist eine trapezförmige Schleife die im 45° Winkel zur Fahrbahn verlegt wird.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Kombination aus automatischen Schranken und einspurigen Fahrzeugen eher schwierig ist.

Das Problem liegt dabei hauptsächlich beim ungeschützten Fahrer des Fahrrads bzw. Motorrads.

Ein PKW schützt seinen Fahrer durch das Dach (Cabriofahrer mal ausgenommen) und hat durch die Motorhaube eine, wenn auch sehr kurze Vorlaufzone, welche der Fahrer nützen kann um sein Fahrzeug vor der schließenden Schranke noch abzubremsen.

Da hilft auch die beste Absicherung nichts. Ein Radfahrer, der hinter einem PKW "nachschlüpft" und dabei die Schranke übersieht.

Selbst wenn eine Lichtschranke oder Induktionsschleife den Radfahrer erfasst, kann sich der Schrankenbaum nicht in Luft auflösen.

Der Fahrer eines einspurigen Fahrzeugs befindet sich im Moment der Erfassung durch Schleife oder Lichtschranke mit dem Körper direkt vor, bzw. unter dem Schrankenbaum.

Die beste Möglichkeit um einen unfallfreien Schrankenbetrieb mit einspurigen Fahrzeugen zu gewährleisten, ist ein separater, baulich getrennter Fahrstreifen für Fahrräder.

Unfälle mit Motorrädern sind bei Automatikschranken sehr selten, da Motorradfahrer in der Regel sehr vorsichtig im Umgang mit Schranken, Toren

und Absperrvorrichtungen sind.

Radfahrer sind dagegen gewohnt überall "durchzuschlüpfen" bzw. sich "vorbeizumogeln" und bauen dabei meist auf die Reaktion anderer Verkehrsteilnehmer. Da diese Reaktion bei einer Schranke natürlich ausbleibt, kann es trotz aller technischen Maßnahmen zu gefährlichen Situationen kommen.

 

Fazit: Radfahrer wenn möglich aus dem Schrankenbereich fernhalten bzw. einen separaten Durchgang schaffen.

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